Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen Film mit Dustin Hoffmann. Es geht um einen etwas anderen Bericht zum Frankfurt Marathon.Um den Frankfurt Marathon 2013.
Jahrelang war ich auf deutschen Fußballplätzen als Sportfotograf unterwegs. Zu einem Marathon-Lauf hatte es mich aber bisher noch nicht verschlagen. Also eine ganz neue Erfahrung für mich.
Begleiten durfte ich den kanadischen Läufer Vincenzo "Vince" Rigitano. Er startete in der Altersklasse Ü 60 und war knapp 1 Woche vor dem Start aus Stoney Creek einer Kleinstadt nahe Hamilton in der Provinz Ontario angereist.

Eigentlich wollte Vince, der seit gut 10 Jahren Marathon läuft, gar nicht zum Lauf nach Frankfurt kommen. Zu frisch waren die Ereignisse um den Boston Marathon 2012, die Vince hautnah miterlebt hatte. Zum Glück blieb er bei diesem für die gesamte Menschheit und den Sport furchtbaren Ereignis unverletzt. Der sportliche Ehrgeiz, das "Jetzt erst Recht" waren dann aber ausschlaggebend für seine Teilnahme am Frankfurt Marathon.

Schließlich hatte er sich auch in seiner Heimat intensiv auf den Lauf vorbereitet. Vince absolviert fasst täglich ein professionelles Trainingsprogramm zusammen mit einer Art Laufgemeinschaft. Der älteste Läufer dieser Gruppe ist fast 80 Jahre alt und läuft bessere Zeiten als Vince. Ein großer Ansporn für ihn.
Der Frankfurt Marathon ist ein Großereignis im wahrsten Sinne des Wortes. Rund 25.000 Teilnehmer. Am Tag vor dem Lauf waren wir in der Festhalle, um die Anmeldung und alles was dazu gehört zu erledigen. Hier fand gleichzeitig eine Art Messe statt, auf der alle nur erdenklichen Artikel rund um einen Marathon verkauft wurden.

Am Tag des Laufes, Sonntag, 27.10.2013, waren wir dann gut 2 Stunden vor dem Start wieder in der Festhalle. Bei der Masse von Menschen, die da unterwegs waren, wurde der Toilettengang vor dem Lauf schon zu einem kleinen Problem, welches wir aber relativ gelassen meisterten.
Vince startete, auf Grund seiner bisherigen Lauf-Ergebnisse, am Ende des ersten Drittels des Teilnehmerfeldes. Ich war gespannt, in welcher Verfassung würde er im Ziel ankommen.


Nachdem der Sieger Vincent Kipruto in einer Zeit von 2 Stunden 6 Minuten und 15 Sekunden die Ziellinie passiert hatte, erlebte ich im Zielbereich einige Dramen hautnah mit. Läufer schleppten sich mit lezter Kraft, geplagt von Krämpfen ins Ziel und mussten teilweise mit Infusionen versorgt werden. Was ist das nur für ein Sport ? Ich war gespannt auf die Ankunft meines Läufers.
Nach 3 Stunden 29 Minuten und 45 Sekunden kam Vince im Ziel an. Eine wahnsinns Zeit ! Der 8. Platz in seiner Altersklasse ! Ich war positiv überrascht. Er war total entspannt und es kam mir vor, als habe er mal gerade eben einen kleinen 42 Kilometer langen Spaziergang absolviert.


Nach einem "Deutschen Bier" und einem Stück Kuchen im Bereich hinter der Ziellinie machten wir uns wieder auf den Heimweg. Wer möchte, kann hier die Laufdaten von Vince einsehen.